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Gero Kurtz
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Wie wird ein Kraftfahrzeug für den Betrieb von Autogas fit gemacht?

Die Umrüstung von Kraftfahrzeugen auf Autogas ist relativ unkompliziert möglich. Voraussetzung ist ein Ottomotor und es darf kein Direkteinspritzer sein. Der Tank ist das einzige größere Bauteil. Hier ist es am Besten, diesen in der Reserveradmulde unter zu bringen. Viele Autohersteller haben ohnehin kein Reserverad mehr im Lieferumfang und ersetzen es durch ein Pannenspray. Dieses dichtet den Reifen von innen her ab, zumindest wenn der Reifenschaden nicht zu groß ist. Durch die Unterbringung in der Reserveradmulde kommt es zu keiner Einschränkung des Platzangebotes im Auto. Diese Tanks gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, sodass für alle Reserveradgrößen etwas passendes dabei sein sollte. Alternativ ist natürlich auch eine Befestigung im Kofferraum möglich, was aber dann den Platz und damit die Ladekapazität vermindert. Der normale Kraftstofftank verbleibt im Auto. Wahlweise kann zwischen beiden Kraftstoffarten, sogar während der Fahrt, umgeschaltet werden (bivalenter Antrieb). Das erhöht beträchtlich die Reichweite des Fahrzeuges. Dann wird eine Öffnung für den Tankvorgang benötigt. Diese ist sehr klein und wird in der Regel im Bereich über der Stoßstange angebracht. Auch andere Plätze sind möglich, wenn es technisch machbar ist. Das Gesamtbild des Fahrzeuges wird aufgrund ihrer geringen Größe davon nicht beeinträchtigt. Zum Schutz vor Feuchtigkeit wird eine kleine schwarze Kappe aus Plastik aufgeschraubt. Hier muss man sehr vorsichtig sein, damit man die Kappe beim Tanken nicht vergisst. Am besten nach dem Abschrauben immer im Kofferraum ablegen, dann kann sie nicht verloren gegen. Selbst wenn sie vergessen, sie wieder aufzuschrauben, liegt sie sicher im Kofferraum und sie können es später nachholen. Das Gesamtleergewicht der Gasanlage beträgt ca 40 kg. Am Motor wird die Einspritzanlage befestigt. Diese ist elektronisch geregelt und überwacht per Computerchip den Einspritzvorgang. Derzeitiger Stand der Technik ist eine sequentielle zylinderselektive Einspritzung. Von einer Leiste aus gehen Schläuche, die an den Einblasdüsen enden. Jede dieser Düsen kann einzeln angesteuert werden und somit jeder Zylinder mit der Menge Gas versorgt werden, die er benötigt. Bevor das Gas zu den Zylindern kommt muss es noch durch den Verdampfer und durch einen Filter. Der Verdampfer erhitzt das flüssige Gas, denn es wird im gasförmigen Zustand in die Ansaugkrümmer des Motors geblasen. Eine Ausnahme bildet das System LPI vom niederländischen Hersteller Vialle. Hier wird das Flüssiggas im flüssigem Zustand eingespritzt und hat dadurch eine kühlende Wirkung, was den Wirkungsgrad erhöht. Leider ist dieses System noch etwas anfällig, sodass es bis jetzt nur im geringen Maße verwendet wird. Zukünftig gesehen, ist es wohl das System der nächsten Generation.  LPG  Tankkanzeige Beim Fahrer am Armaturenbrett befindet sich als einziges Bedienungselement ein kleiner Multifunktionsschalter. Mittels dieser kleinen Konsole können Sie die Anlage steuern bzw. die notwendigen Informationen ablesen. Die Bedienung ist kinderleicht. Mit dem großen Knopf in der Mitte wird wahlweise als Kraftstoff Benzin oder Gas eingestellt. Das Tankstellensymbol auf der rechten Seite leuchtet rot auf, wenn als Kraftstoff Benzin eingestellt ist, die linke Anzeige leuchtet gelb auf wenn Autogas gewählt wurde. Darunter sind fünf Leuchtdioden angeordnet, welche den Füllstand des Gastanks anzeigen.  

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Kostenanalyse

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für Autogas gibt es eine steuerliche Begünstigung. Ursprünglich lief diese im Jahre 2009 aus, während Erdgas bis zum Jahre 2020 steuerlich begünstigt war. Diese Begünstigung sollte nach dem Jahr 2009 nicht weiter verlängert werden. Nach dem Protest von tausenden Autogasfahrern lenkte die Politik dieses Jahr ein und hat festgelegt, dass sowohl Autogas und Erdgas bis zum Jahre 2018 steuerlich begünstigt werden. Das ist ein sehr wichtiger Schritt, herrscht doch jetzt Planungssicherheit. Ganz besonderes Unternehmen können jetzt genauer kalkulieren. Dadurch wird die Verbreitung von Autogas weiter zunehmen und damit die Anzahl der Autogastankstellen. Aber auch das Netz der Umrüster, wobei mehr Wettbewerb entsteht, was wiederum die Kosten für den Einbau senken wird.

Kostenanalyse - Autogas versus Ottokraftstoff

Ein wesentlicher Vorteil des Autogases sind die Kosten. Der Preis pro Liter ist etwa 50% geringer als bei Benzin (derzeit um die 62 Cent). Allerdings wird dieser Effekt zum Teil wieder relativiert, da der Verbrauch an Gas ca 20 % bis 30 % höher ist als bei herkömmlichen Kraftstoffen. Somit beträgt die Ersparnis etwa 20 bis 30 %. Auch unterliegt Autogas nicht so stark den Schwankungen wie die Benzinpreise. Das macht sich besonders zur Reisezeit und den Feiertagen bemerkbar, wo die Kosten für Benzin in der Regel sprungartig nach oben steigen. Aber auch bei Krisen in den Erdölgebieten, wo die Erdölpreise weltweit stark ansteigen und damit die Benzinkosten. Hier verhält sich das Autogas nahezu neutral bzw. der Preis steigt nur ganz allmählich. Die Umrüstung kostet für einen normalen PKW etwa 1.500 bis 3.000 €. Die Umrüstung auf Autogas ist bedeutend preiswerter als beispielsweise auf Erdgas. Hinzu kommen die Kosten für die Abnahme durch den TÜV und die Änderung der Fahrzeugpapiere. Jeweils zur Hauptuntersuchung muss die Autogasanlage einer Gasanlagenwiederholungprüfung (GWP) unterzogen werden. Diese kostet etwa 20 €. Ansonsten sind die Gasanlagen praktisch wartungsfrei. Sinnvoll ist die Umrüstung immer dann, wenn in kurzer Zeit viele Kilometer gefahren werden müssen und bei einem hohen Benzinverbrauch. Das gilt für PKW genauso wie für Nutzfahrzeuge. Sinnvoll wäre eine Umrüstung für Taxis, Dienstwagen, Transporter, Baufahrzeuge, aber auch Busse oder Gabelstapler. Falls der Aktionsradius stark begrenzt ist und ausnahmsweise mal keine Gastankstelle in der Nähe ist, kann es sich für Firmen rechnen, eine eigene Tankstelle zu betreiben. Die Umrüstung kann eine Menge Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Sie ist möglich für private Kraftfahrzeughalter, für kleine und große Firmen mit Fuhrpark oder auch für Kommunen bzw. den öffentlichen oder privaten Personennahverkehr. Durch die steuerliche Begünstigung bis 2018 und der damit verbundenen Planungssicherheit, werden immer mehr Hersteller bereits ab Werk Modelle anbieten, welche mit Autogas fahren können. Bislang war das eher nur bei Erdgas der Fall. Dadurch werden sich die Kosten gegenüber einem nachträglichen Einbau noch sinken. Zudem sind diese Anlagen besser auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass die Verwendung von Autogas die Lebensdauer des Motors erhöhen kann. Durch die nahezu rückstandslose Verbrennung lagern sich nur sehr wenig Verbrennungsrückstände im Motorenöl ab. Dadurch hält das Öl länger und der Motor wird nicht belastet. Ebenso erhöht sich die Lebensdauer des Katalysators. Zudem ist es sehr wichtig, dass Autogas aufgrund des hohen Reinheitsgrads nicht altert. Benzin tut das, deshalb kann man es nicht lange lagern. Bei Autogas spielt das keine Rolle. So könnte man als Firma größere Mengen preiswert erwerben und dann langsam verbrauchen. 

Erdgas oder Autogas, wo liegen die Unterschiede?

Hier eine kleine Tabelle, welche die wichtigsten Merkmale von Erdgas und Autogas gegenüber stellt:   Erdgas Autogas Abkürzung CNG (Compressed Natural Gas) LPG (Liquefied Petroleum Gas) Zusammensetzung Hauptsächlich aus Methan Hauptsächlich aus Propan, auch Propan und Butan Förderung Über Bohrtürme oder Biogasanlagen Verarbeitung des geförderten Erdöls Oktanzahl (Klopffestigkeit) etwa 130 105 bis 115 Kohlendioxidreduktion gegenüber herkömmlichen Kraftstoff ca 25% ca 15% Ökologische Bilanz besser schlechter Leistungsverlust nach Umrüstung bis 15% wenig, keiner oder sogar Erhöhung Prüfdruck der Tankanlage 300 bar (hoher Druck) 40 bar (niedriger Druck) Tankart Zylindertank, Unterflurtank Meist Reserveradmuldentank Tankgewicht schwer leicht Reichweite kleiner größer Preis für ein Kg/Liter (Juli 2007) ca 1,15 € ca 0,75 € Heizwert pro kg/Liter 13 Kilowattstunden 6,9 Kilowattstunden Verhältnis Heizwert und Preis 38 % billiger als Autogas 38 % teurer als Erdgas Tankstellenanzahl in Deutschland ca 921 ca 6.659 Umrüstkosten 3.200 bis 4.500 € 2.000 bis 2.500 € Steuerlich begünstigt bis 2018 bis 2018 Förderung evtl. durch Energieversorger mit Tankgutschein eventuell durch Umrüstbetrieb mit Tankrabatten Zuverlässigkeit hoch hoch Eingebaut serienmäßig ab Werk gute Auswahl eingeschränkte Auswahl, aber zunehmend ansteigend
Eingebauter LPG Tank in der Radmulde des Fahrzeugs Tankanschluss für LPG Flüssiggas LPG Einspritzanlage LPG Tankanzeige Elemente der LPG Tankanzeige
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